Zum Rechenbeispiel im Bild: Gefördert wird der Bruttolohn plus pauschal 20 % Arbeitgeberanteil – hier 2.880 € × 40 % × 10 Monate = 11.520 €.
Die Formel: (Bruttomonatsentgelt + 20 % Pauschale) × Fördersatz × Förderdauer in Monaten. Mit Zahlen: (3.200 € + 640 €) × 30 % = 1.152 € im Monat, über 6 Monate 6.912 €.
Ihren eigenen Fall rechnen: Der EGZ-Rechner zeigt für Ihr Entgelt die gesetzliche Obergrenze, eine realistische Annahme und den Verlauf Monat für Monat.
Wie viel Eingliederungszuschuss möglich ist, lässt sich gut abschätzen, wenn man die drei Bausteine kennt: die Bemessungsgrundlage, den Fördersatz und die Förderdauer. Ein festes Ergebnis gibt es vorab nicht, denn Höhe und Dauer legt die Agentur im Ermessen nach der Minderleistung fest. Die Rechenregeln selbst sind aber eindeutig, und unser Rechner rechnet genau nach ihnen.
Die Formel Schritt für Schritt
Die Rechnung hat drei Schritte:
- Bemessungsgrundlage = regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt × 1,2 (Entgelt plus 20 % pauschaler Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung).
- Monatlicher Zuschuss = Bemessungsgrundlage × Fördersatz.
- Gesamtzuschuss = monatlicher Zuschuss × Förderdauer in Monaten (bei Behinderung mit Absenkung ab dem 13. Monat).
Der Zuschuss wird zu Beginn der Förderung in monatlichen Festbeträgen für die ganze Dauer festgelegt (§ 91 Abs. 2 SGB III).
Welches Arbeitsentgelt zählt beim EGZ?
Berücksichtigt wird das regelmäßig gezahlte, sozialversicherungspflichtige Arbeitsentgelt, und zwar höchstens bis zur tariflichen Höhe oder, ohne Tarif, bis zur ortsüblichen Höhe für vergleichbare Tätigkeiten. Nach oben begrenzt die Beitragsbemessungsgrenze in der Arbeitsförderung (§ 91 Abs. 1 SGB III).
Die Weisung führt eine Liste, was zählt (Rn. 91.4). Ein Auszug:
| Zählt mit | Zählt nicht |
|---|---|
| Grundlohn oder Gehalt, regelmäßig und gleichbleibend | Weihnachts- und Urlaubsgeld als Einmalzahlung |
| feste Zulagen, etwa Schicht- oder Erschwerniszulage, wenn regelmäßig und sozialversicherungspflichtig | variable Nacht-, Sonntags- und Überstundenzuschläge |
| vermögenswirksame Leistungen, regelmäßig | steuerfreies Fahrgeld, Inflationsausgleichsprämie |
| Sachbezüge, monatlich gleichbleibend und sozialversicherungspflichtig | variable Provision |
Einmalig gezahltes Entgelt bleibt immer außen vor (§ 91 Abs. 1 Satz 2 SGB III). Bei einem Stundenlohn rechnet die Agentur das Monatsentgelt nach der Formel Stundenlohn × Wochenstunden × 30 : 7 (Rn. 91.7).
Was ist die 20-%-Pauschale?
Der pauschalierte Anteil des Arbeitgebers am Gesamtsozialversicherungsbeitrag beträgt 20 % des berücksichtigten Entgelts (Fachliche Weisung, Rn. 91.5). Es kommt nicht darauf an, wie hoch Ihre tatsächlichen Beiträge sind. Aus 3.000 € Entgelt werden so 3.600 € Bemessungsgrundlage.
Wie hoch ist der Fördersatz?
Das Gesetz nennt nur Obergrenzen: im Regelfall bis zu 50 % für bis zu 12 Monate, ab 55 Jahren bis zu 36 Monate (Förderbeginn bis 31.12.2028), bei Behinderung bis zu 70 % für bis zu 24 Monate mit Absenkung um 10 Prozentpunkte pro Jahr ab dem 13. Monat (§§ 89, 90 SGB III). Wo genau der Satz liegt, richtet sich nach der Minderleistung. Wer vier Monate zusätzliche Einarbeitung angibt, bekommt höchstens vier Monate Förderung (Fachliche Weisung, Rn. 88.21).
Zur Einordnung: Der durchschnittliche Eingliederungszuschuss lag 2022 bei rund 1.100 € im Monat über rund 5,5 Monate, also bei etwa 6.000 € je Fall (IAB-Forum, 15.01.2024).
Drei Rechenbeispiele
Die folgenden Beispiele rechnen genau so wie der EGZ-Rechner. Es sind Rechenbeispiele, keine echten Fälle.
Beispiel 1: Fachkraft im Regelfall
Bruttoentgelt 3.200 €, sechs Monate Förderung, Annahme 30 %.
| Schritt | Betrag |
|---|---|
| Bemessungsgrundlage (3.200 € × 1,2) | 3.840 € |
| Zuschuss je Monat (30 %) | 1.152 € |
| Zuschuss gesamt (6 Monate) | 6.912 € |
| Unser Honorar (10 %) | 691,20 € |
| Ihr Nettonutzen | 6.220,80 € |
Die gesetzliche Obergrenze läge bei 50 %, also 1.920 € im Monat.
Beispiel 2: Pflegefachkraft ab 55 Jahren (Wiedereinstieg nach längerer Arbeitslosigkeit)
Bruttoentgelt 2.600 €, zwölf Monate Förderung, Annahme 30 %.
| Schritt | Betrag |
|---|---|
| Bemessungsgrundlage (2.600 € × 1,2) | 3.120 € |
| Zuschuss je Monat (30 %) | 936 € |
| Zuschuss gesamt (12 Monate) | 11.232 € |
| Unser Honorar (10 %) | 1.123,20 € |
| Ihr Nettonutzen | 10.108,80 € |
Ab 55 Jahren wären bis zu 36 Monate möglich; gefördert wird aber nur die tatsächliche Mehr-Einarbeitung. Das Alter allein reicht nicht (Rn. 88.12) – begründet wird hier der Wiedereinstieg nach längerer Arbeitslosigkeit mit veralteter Fachpraxis und neuer Dokumentationssoftware.
Beispiel 3: Mitarbeiter mit Grad der Behinderung 50
Bruttoentgelt 3.000 €, 24 Monate Förderung, Annahme 50 % in den Monaten 1 bis 12 und 40 % in den Monaten 13 bis 24.
| Schritt | Betrag |
|---|---|
| Bemessungsgrundlage (3.000 € × 1,2) | 3.600 € |
| Zuschuss je Monat, Monate 1–12 (50 %) | 1.800 € |
| Zuschuss je Monat, Monate 13–24 (40 %) | 1.440 € |
| Zuschuss gesamt (24 Monate) | 38.880 € |
| Unser Honorar (10 %) | 3.888 € |
| Ihr Nettonutzen | 34.992 € |
Die Absenkung um 10 Prozentpunkte nach zwölf Monaten ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 90 Abs. 4 SGB III). Mehr dazu im Beitrag Eingliederungszuschuss für Mitarbeiter mit Behinderung.
Was kann die Rechnung später verändern?
Sinkt das Entgelt, wird der Festbetrag gemindert. Steigt es, bleibt der Zuschuss gleich, außer die Erhöhung stand bei der Bewilligung schon betragsmäßig im Vertrag, etwa nach der Probezeit (Rn. 91.11, 91.12). Für Monate ohne Arbeitsentgelt, zum Beispiel Krankheit nach Ende der Lohnfortzahlung, wird nichts gezahlt (Rn. 91.9). Erstattungen aus dem Umlageverfahren U1 und U2 mindern den Zuschuss nicht (Rn. 91.8).
Zwei Sonderfälle: Bei Kurzarbeit zählt nur das tatsächlich gezahlte Entgelt, Kurzarbeitergeld ist kein Arbeitsentgelt; bei Kurzarbeit Null entfällt der Zuschuss für diesen Monat (Rn. 91.2). Wandelt die Person Entgelt in eine betriebliche Altersvorsorge um, zählt der umgewandelte Teil bis 4 % der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung nicht mit, nur der darüber liegende Teil (Rn. 91.3).
Was bleibt Ihnen nach unserem Honorar?
Unser Honorar beträgt 10 % vom angebotenen Zuschuss, mindestens 399 € zuzüglich Umsatzsteuer, fällig erst mit dem Förderangebot der Behörde. Bietet die Behörde keine Förderung an, zahlen Sie nichts. Darin enthalten sind Vorprüfung, Begründung, Einarbeitungsplan, Antrag, Rückfragen und Fristen bis zur Schlusserklärung. Die Arbeitsagentur berät Sie außerdem kostenlos. Alle Einzelheiten auf der Seite Preis.
Über alle Anträge, die wir seit 2016 eingereicht haben, liegt unsere Bewilligungsquote bei 94,8 %. Eine Zusage für Ihren Fall ist das nicht: Die Höhe legt die Behörde fest.


